Atomares Zwischenlager

 
 

Das Zwischenlager Nord (ZLN) für radioaktive Abfälle spielt eine zunehmende Rolle für die Lagerung, Bearbeitung und Entsorgung von Atommüll aus der gesamten Bundesrepublik. Bereits die bundespolitische Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke im Herbst 2010 trotz der seit Jahrzehnten ungelösten Frage der Endlagerung sowie die rein gewinnorientierten Begehrlichkeiten der Geschäftsführung der EWN bzgl. einer kapazitäts- und zeitlich unbefristeten Ausweitung der bisherigen Genehmigungen zu Gunsten der Annahme, Lagerung und Entsorgung jeglichen Atommülls führten zu Sensibilisierung und zunehmendem Misstrauen der Bevölkerung in der Region.

 
 

Insbesondere die scheibchenweise zu Tage tretenden Informationen bzgl. längst getroffener rechtlicher Veränderungen, Zusagen und Vereinbarungen ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit schürten naturgemäß frühzeitig das Misstrauen dem gegenüber, was der Bevölkerung zukünftig noch alles zugemutet wird. Das bezieht die konkrete gesundheitliche Gefährdung der AnwohnerInnen ebenso ein wie die zu erwartenden negativen Auswirkungen auf die weitere touristische Entwicklung des Seebades Lubmin. Gäste erwarten auch in Zukunft ein strahlendes Lubmin auf Grund der Sonne und der gesunden Umgebung, nicht auf Grund einer gigantischen atomaren Lager- und Bearbeitungsanlage in direkter Nachbarschaft. Schon jetzt verweisen Suchanfragen im Internet unter dem Begriff "Lubmin" nahezu ausschließlich auf Seiten mit der Thematik "atomares Zwischenlager, CASTOR-Transporte" usw. 


Nachdem die atomare Katastrophe in Fukushima den lapidaren Verweis auf ein zu vernachlässigendes „Restrisiko“ im Umgang mit der Erzeugung von Kernenergie beim besten Willen nicht mehr zulässt und den Parteien der Regierungskoalition die Wähler in Größenordnungen weg laufen, sieht diese sich nunmehr in einem nie da gewesenen 180°-Schwenk genötigt zum kompletten Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2021.

 

Nicht gelöst ist jedoch nach wie vor die Frage eines Endlagers, so dass durch den Rück- und Abbau der abgeschalteten KKWs unendliche Mengen an Atomschrott „zwischen“ zu lagern sind, da die vorhandenen Einrichtungen kaum ausreichen werden, darüber hinaus das völlig marode Zwischenlager ASSE geräumt werden muss.


Die EWN mit ihrem ZLN haben die Zeichen der Zeit, sprich die enormen Gewinnmöglichkeiten, sofort erkannt und betreiben aggressiv das Einwerben größtmöglicher Mengen an faktisch unbefristet ein zu lagernden Atommülls. Dabei scheuen sie sich auch nicht, gegen das Land MV und den erklärten Willen aller dort vertretenen Parteien und damit der Bürgerinnen und Bürger des Landes gegen eine Ausweitung der bisherigen Genehmigungen zu klagen. Dass rechtliche und gesetzliche Rahmenbedingungen jeder Zeit zur Disposition stehen, ist in den letzten Monaten hinlänglich deutlich gemacht worden.

 

Einen Einblick in die regionale mediale Präsenz erhalten Sie im Pressespiegel.
 
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zemke Nov 20 2010 8:25 PM
Am Sonntag, 21. 11. 2010 um 12.00 Uhr werden vor dem Verwaltungsgebäude der EWN Filmaufnahmen und Interviews für eine Reportage des ARD-Politik-Magazins "Kontraste" durchgeführt. Inhaltlich wird es um die Laufzeitverlängerung der KKWs, die Castor-Transporte und die ungelösten Fragen der Zwischen- und Endlagerung des Atommülls gehen.
 
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